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Geschichte Prinz Karneval und Bonna

Geschichte Prinz Karneval und Bonna

In der Gegenwart sind „Prinz und Bonna“ die Symbolfiguren des Bonner Karnevals. Sie haben mehrere historisch belegte Vorgänger. Immer kennzeichnen sie eine humoristische, zeitlich begrenzte Auflehnung gegen die etablierte staatliche Autorität, eine Verdrehung von „oben und unten“, einen Rollentausch zwischen Herrschern und Untergebenen und nicht zuletzt auch zwischen Mann und Frau.

Die Vorgeschichten des Bonner Prinzen Karneval und der heutigen Bonna sind seit dem 18. Jahrhundert nachzuweisen. Damals machte der erwachende bürgerliche Karneval in Köln und Bonn den „Bellegeck“ zu seiner obersten Symbolfigur. 1715 führte der Kölner Kurfürst Joseph Clemens an seinem Hofe in seiner Residenzstadt Bonn Karnevalfeiern und Umzüge ein. Sein Nachfolger Clemens August (1723-1762) übertraf ihn mit seinen Kostüm- und Maskenfesten in Bonn. Da man sich in den späteren Huldigungsinszenierungen des Karnevals an höfischen Leitbildern orientierte, sieht z. B. Hans Dietz in ihm sogar das Vorbild für den späteren „Prinz Karneval“.

Der erste Bonner Rosenmontagszug 1828 huldigte Hanswurst und der römischen Freudengöttin „Laetitia“. Der zweite Bonner Rosenmontagszug fand dann nach Jahren des Verbots, Karneval in der Universitätsstadt Bonn durchzuführen, im Jahre 1843 statt. Im Jahre 1845 trat dann zum ersten Mal die „Bonna“ anstelle der „Laetitia“ in Erscheinung und verlobte sich mit Hanswurst. Mit dieser Umbenennung deutete sich symbolträchtig an, dass die längst vergangenen höfischen, antiken Elemente in der Folgezeit nach und nach in den Hintergrund traten. Im Rosenmontagszug wurde nun vor allem das gesellschaftliche bzw. politische Leben der Bonner Bürgerinnen und Bürger dargestellt. Nicht mehr die idealisierende bzw. romantisierende Kunstbetrachtung wurde dabei gefordert, sondern eine möglichst naturalistische Darstellung der Entwicklungen. Ganz so einfach hatte es Hanswurst beim Buhlen um die Gunst der Bonna dabei offensichtlich nicht. Im Bonner Maskenzug des Jahres 1845 musste er - humoristisch thematisiert - mit anderen rheinischen Städten in einen Wettstreit treten, wobei die Düsseldorfer Vertreter „Mostart“, die Aachener „Printen“, die Kölner „Eau de Cologne“ und die Koblenzer „Moselwein“ als Gastgeschenke mitbrachten. Im Jahre 1873 erhielt „Hanswurst“ den Namen „Prinz Karneval“.

Die Figur der „Bonna“ wurde zunächst ausschließlich von Männern dargestellt. Ab dem Jahr 1935 führte der Dachverband „Vaterstädtischer Verein“ - spätere Erlasse und Vorschriften antizipierend - die Ernennung weiblicher Bonnas ein. Den Anfang machte Sibille Bois. Als Bonna Sibille I. wurde sie gemeinsam mit ihrem Prinzen Heinz IV. (Weißenfels) aus den Reihen des „Bonner Stadtsoldaten-Corps von 1872 e. V.“ von allen Beteiligten begeistert aufgenommen. Geradezu euphorisch beschreibt der Bonner General-Anzeiger diese Neuerung: „Die Rolle der Bonna übernahm in diesem Jahr zum ersten Male ein echtes Bönnsches Mädchen. Es war Fräulein Sibille Bois. Ein Dreifaches Alaaf unserer tapferen Sibille. Das war im Bönnschen Fastelovend noch nie dagewesen und die ewig Gestrigen schüttelten bedenklich die Köpfe. Aber unserer Bonna Sibille ist es zu danken, dass in Zukunft diese Rolle immer nur von einer Frau verkörpert wird. Wie eine Königin fuhr Bonna Sibille durch die Straßen unserer Stadt. Das ewig junge Bonn.“ (General-Anzeiger vom 26. Februar 1938)

Allerdings war diese Einführung einer weiblichen Repräsentanten Figur im Bonner Karneval keine freie Entscheidung des „Vaterstädtischen Vereins“ gewesen. Vielmehr war es für die nationalsozialistische Parteiideologie nicht mit der „Ehre des deutschen Mannes“ vereinbar, einen Mann in Frauengewändern eine tragende Figur im Bonner Karneval verkörpern zu lassen. Wie auch die Tanzmariechen der Traditionscorps im rheinischen Karneval musste von nun ab die Figur der Bonna von einer Frau dargestellt werden. Diese weibliche Besetzung der Rolle der „Bonna“ wurde auch nach dem Zweiten Weltkrieg beibehalten.

Das designierte Prinzenpaar 2026/27: Prinz Torsten I. (Janßen) und Bonna Petra I. (Schönen)

Prinz Torsten I.

Torsten Janßen ist Bonner durch und durch. Geboren 1973 im Marienhospital, wuchs er in der damaligen Bundeshauptstadt auf. Auch wenn ihn seine Jugendzeit zunächst nach auf die andere Rheinseite bis nach Niederkassel führte und später berufliche Stationen bis nach New York reichten, blieb Bonn stets sein emotionaler Mittelpunkt.

Nach dem Abitur am Collegium Josephinum Bonn und dem Zivildienst bei den Maltesern studierte Torsten Janßen Volkswirtschaftslehre an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und schloss sein Studium im Jahr 2000 erfolgreich ab. Es folgten sechs Jahre bei der BDO DWT AG in Bonn, in denen er seine Berufsexamina zum Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ablegte. 2008 wagte er den Sprung in die Selbständigkeit und gründete gemeinsam mit vier Partnern am Bonner Bogen eine Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkanzlei, mit inzwischen 120 Mitarbeitenden an zwei Standorten in Bonn und Siegen und Teil der deutschlandweiten Partnerschaft RSM Ebner Stolz ist.

Torsten Janßen ist Vater eines Sohnes und einer Tochter und lebt mit seiner Familie derzeit in Wachtberg. Seine Freizeit widmet er dem Karneval, dem 1. FC Köln und verbringt Auszeiten gerne an der Nordsee.

Karnevalistisch engagiert er sich seit über zwölf Jahren im Elferrat der Ehrengarde der Stadt Bonn, wo er das Amt des Schatzmeisters ausübt. Ebenso ist er Vorstandsmitglied und Schatzmeister des Großen Senat Bonn e. V., dessen Entwicklung ihm besonders am Herzen liegt

Darüber hinaus bringt sich Torsten Janßen vielfältig in das gesellschaftliche Leben der Stadt ein – unter anderem als Kuratoriumsmitglied, Vereinsvorstand und Unterstützer gemeinnütziger Initiativen. Der Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und ein respektvolles Miteinander ist dabei fester Bestandteil seines Selbstverständnisses. Sein Antrieb: Menschen zu verbinden und Verantwortung zu übernehmen.

Bonna Petra I.

Petra Schönen ist fest verwurzelt in ihrer Heimatstadt Bonn und seit frühester Kindheit leidenschaftlich dem Karneval verbunden. Die Mutter von drei Söhnen wurde 1972 in Bonn geboren und wuchs in einer traditionsreichen Wäschereifamilie auf, in der Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt und rheinische Lebensfreude ganz selbstverständlich waren.  Die Liebe zum Rheinischen Karneval wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. Schon ihre Eltern lebten den Karneval mit großer Leidenschaft und ihr Vater engagierte sich zum Beispiel als Senator bei den Beueler Stadtsoldaten. Schon früh durfte Petra selbst Teil dieses besonderen Gefühls werden und stand als Kind im Kindercorps der Beueler Stadtsoldaten auf der Bühne.

Nach ihrer schulischen Laufbahn absolvierte sie eine Ausbildung in der Parfümerie Vollmar und sammelte wertvolle internationale Erfahrungen, unter anderem bei Harrods in London. Weitere Stationen folgten mit Ausbildungen zur Kosmetikerin bei Lancôme und zur Visagistin in München. Nach Familienjahren mit ihren Söhnen kehrte sie 2010 erfolgreich ins Berufsleben zurück.

2011 gründete Petra Schönen ihr Modegeschäft „Herzklopfen“, das sich in den letzten 15 Jahren zu einer festen Größe entwickelt hat. Heute beschäftigt sie zehn Mitarbeitende und blickt stolz auf ein langjähriges Bestehen zurück.

Auch im Karneval ist Petra Schönen mit Herzblut engagiert. Vor 20 Jahren war sie Mitgründerin der Schääl Sick Mädsche und ist seitdem mit großer Leidenschaft als zweite Vorsitzende aktiv. Nächstes Jahr wird Petra Schönen die Rolle der Kommandantin übernehmen.

Karnevalistisches Engagement ist für sie nicht nur Organisation und Verantwortung, sondern vor allem Herzblut, Gemeinschaft und die Freude daran, Menschen zusammenzubringen.

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