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Historisches zum Bonner Karneval

Historisches zum Bonner Karneval

Karneval wird im Rheinland seit etwa 800 Jahren gefeiert. Allerdings änderten sich im Laufe der Jahrhunderte sowohl Art und Weise des Feierns, als auch die Benennung des Karnevals. Ursprünglich hieß das Fest „fasnacht“, „fastelovend“, „vasenacht“ oder auch „vastavend“, abgeleitet von der Nacht vor der Fastenzeit, womit der untrennbare Bezug des Festes zur Fastenzeit deutlich wird.

Für Bonn liegt der älteste Beleg aus dem Jahr 1585 vor. In einer Polizeiordnung bestimmte Kurfürst Ernst von Bayern die Abschaffung der „Bonner Fastnachtsgesellschaft“ - und drohte mit einer Geldstrafe bei Zuwiderhandlung.

Rund 150 Jahre später inszenierte Kurfürst Clemens August für seine adligen Hofgäste sowohl karnevalistische Umzüge, ein solcher ist für den 6. Februar 1731 überliefert, als auch in seiner Bonner Residenz aufwendig inszenierte Maskenbälle, prominenter Gast eines solchen Maskenballs war Giacomo G. Casanova.

Mit der Entwicklung einer bürgerlichen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts veränderte sich auch der Karneval. 1826 gründeten Bonner Bürger die „Bönnsche Karnevalsgesellschaft“, die zunächst die Komische Oper „Die Dorfdeputierten“ aufführte. Am 18. Februar 1828 folgte der erste Bonner Rosenmontagszug, der dem ehemaligen Residenzcharakter der Stadt entsprach.

Wie in fast allen rheinischen Städten wurde der Karneval in Bonn aus Sorge vor Unruhen und Umtrieben während des schwer zu kontrollierenden Festes verboten.

Erst 1843 konnte wieder ein Rosenmontagszug durch die Stadt ziehen. Daran beteiligten sich auch die späteren Akteure der demokratische Revolution 1848/1849 Karl Joseph Simrock, Gottfried Kinkel und seiner Frau Johanna Kinkel, die versuchten, die Ideale Demokratie, Freiheit und Einigkeit auf den Bonner Karneval zu übertragen.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Bonn viele prächtige Rosenmontagszüge durchgeführt, an denen die zahlreichen neu gegründeten Karnevalsgesellschaften mitwirkten.

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Bonner Karneval verboten bzw. nur eingeschränkt durchführbar.

Erst im Jahre 1926 kam er wieder in Gang, infolge der Weltwirtschaftskrise mussten 1931-1933 die Rosenmontagszüge abgesagt werden.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde der Karneval als Tourismusfaktor und zur Unterhaltung der Massen ausgebaut und von den Nationalsozialisten instrumentalisiert.

Erst 1949 ging es mit einer Kappenfahrt, einem „Zöchelche“, wieder langsam los.

Eine neue Ära im Bonner Karneval begann schließlich am 27. April 1951 mit der Gründung eines neuen Dachverbandes für den Bonner Karneval: dem „Festausschuss Bonner Karneval“.

 
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